28.05. – 05.06.2025
Nach individueller Anreise und Besuch der zahlreichen Kulturdenkmäler in Dresden und Umgebung (Zwinger, Residenzschloss, Semper Oper, Frauenkirche, Schoss Moritzburg) kamen alle Teilnehmer am 27.05.2025 zusammen, um am Folgetag zur eigentlichen Fahrt elbaufwärts nach Pirna aufzubrechen. Festung Königsstein, eine der größten Bergfestungen in Europa, wurde unsere erste Bergetappe auf dem Weg zum Tagesziel Bad Schandau. Die Stadt kurz vor der tschechischen Grenze ist auch idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in die sächsische Schweiz. Eine gemütliche Wanderung zu den bekannten Sandsteinformationen und der Bastei war ein Muss.
Dem Kirnitzschtal mit seiner historischen Straßenbahn folgten wir in einer beindruckenden Landschaft bergauf, querten Nordböhmen und gelangten auf ruhigen, gelegentlich naturbelassenen Wegen mit traumhaften Fernblicken nach Zittau mit bedeutender Altstadt im äußersten Südosten Deutschlands im Dreiländereck Deutschland/Tschechien/Polen. Das Zittauer Gebirge an der sächsisch-böhmischen Grenze gehört zum Gebirgszug der Sudeten, erreicht max. fast 800 m, und forderte ebenfalls Beine und Akku.
Der Oder-Neiße-Radweg geleitete uns nordwärts nach Görlitz mit über 4000 größtenteils restaurierten Kultur- und Baudenkmälern, weshalb Görlitz gerne als Filmkulisse genutzt wird. Den Tagesausklang genossen wir im polnischen Teil von Görlitz in einem schönen Restaurant jenseits der Neiße am Flussufer mit Blick auf die historische Altstadt mit Dom auf deutscher Seite. Gegen Mittag des Folgetages erreichten wir bei Zentendorf den östlichsten Punkt Deutschlands. Mit Bad Muskau und seinem als UNESCO-Welterbestätte ausgewiesenen Fürst-Pückler-Landschaftspark gelangten wir zum Siedlungsgebiet der Minderheit der Sorben. Über Cottbus, ehemals Zentrum des Lausitzer Braunkohlerevieres, fuhren wir nach Burg im Spreewald zur obligatorischen Kahnfahrt.
In der „Fischer- und Festungsstadt Peitz“, umgeben von 5000 Morgen Teichlandschaft (entspricht ca. 125.000 Fußballfeldern!) zur Fischzucht seit dem 16. Jahrhundert, logierten wir im historischen Eisenhüttenwerk Peitz in urigen kleinen Fahrrad-Appartements. Der Schlussspurt über das deutsche Guben und die östliche Stadthälfte im polnischen Gubin endete am Bahnhof in Eisenhüttenstadt. Von dort mit dem Zug nach Frankfort/Oder, ebenfalls zweigeteilt auf deutscher und auf polnischer Seite der Oder mit einigen sehenswerten Bauwerken und der Friedensglocke zur Erinnerung an das Oder-Neiße-Abkommen 1952.
Über Berlin führte der Heimweg mit den erwartbaren Überraschungen der Deutschen Bahn zurück ins Saarland. Rund 500 km, 2400 hm rauf und 2600 hm runter, nur leichte Blessuren an Mensch und Material, überwiegend gut ausgebaute und beschilderte Radwege, nette Bekanntschaften unterwegs, viele weitgehend unbekannte Städte, Dörfer, Kirchen und Klöster, Schlösser und Burgen – in einer angenehm harmonischen Gruppe – das macht Lust auf neue Radabenteuer. In 2026 in Niederösterreich.