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Kreuzgang Stiftskirche Kyllburg (Foto: M. Z.)

Die Wetterprognosen waren nicht besonders verlockend, aber die Quartiere waren bestellt.
Als wir uns in Ehrang am Bahnhof trafen , war von dem angekündigten Regen keine Spur. Und so blieb es auch den ganzen Tag. Nur die Baustelle am Anfang des Kylltal-Radwegs machte uns Sorgen. Aber weil Sonntag war, fuhren wir einfach mal los, umdrehen kann man ja immer noch. Wir kamen durch.
Der Kylltalradweg überraschte uns mit vielen kleinen und bissigen Anstiegen. Zum Schluss hätten wir noch einen Berg auf der Landstraße überwinden müssen, da stiegen wir lieber in den Zug und ließen uns nach Kyllburg fahren. Wir waren ja in Urlaub. Dafür hatten wir in Kyllburg ausreichend Zeit um die Stiftskirche zu besichtigen.
1. Tag: Ehrang-Kyllburg: 38 km, 410 m Anstieg

Eine weitere Baustelle (Erdrutsch) sorgte für eine weitere Zugfahrt: Von Kyllburg nach St. Thomas. Die ehemalige Zisterzienserinnenabtei liegt besucherfreundlich direkt am Bahnhof. Mürlenbach war keinem von uns bekannt, umso überraschter waren wir von der Bertradaburg, die das Kylltal überragt. Das Bäckerei-Café an der Radstrecke wurde natürlich nicht übergangen.

In Gerolstein holte uns dann die Regenfront ein, sodass wir am Nachmittag die Regenkleidung anziehen mussten. Das Städtchen Hillesheim mit den Resten seiner Stadtmauer war uns dennoch einen Abstecher wert.
2. Tag: Kyllburg-Birgel: 46 km, 440 m Anstieg

Allwetterfahrer auf der Venn-Quer-Bahn (M. Z.)

Von Birgel bis Malmedy begleitete uns der Regen, den Abstecher nach Kronenburg ließen wir deshalb aus, auch weil uns der Anstieg schreckte. Bei Jünkerath kamen wir auf die Venn-Quer-Bahn, die zum sehr gut ausgebauten RAVel-Radwegesystem in Belgien gehört. 1912 wurde diese strategisch wichtige Bahnlinie eröffnet. Auch bei dem schlechten Wetter erlebten wir eine landschaftlich sehr schöne Strecke.
In der Jugendherberge Malmedy waren wir die einzigen Gäste, dennoch war die Küche für uns geöffnet.
3. Tag: Birgel-Malmedy: 61 km, 370 m Anstieg

Von Malmedy ging es dann bei bestem Wetter ein paar km zurück (hinauf!) nach Waimes, wo wir auf die Vennbahn einbogen. Diese Bahnlinie verband vor über 100 Jahren das Aachener mit dem lothringischen Industrierevier. Heute ist die Trasse zu einer ****Radstrecke ausgebaut. Über die Höhen der Ardennen, vorbei an St. Vith, an einigen Naturschutzgebieten und Biberbauten, erreichten wir gegen Abend die Jugendherberge in Prüm.
4. Tag: Malmedy-Prüm: 65 km, 520 m Anstieg

Die ehemalige Abteikirche in Prüm konnten wir nur von außen besichtigen, weil sie gerade renoviert wird. Wir waren jetzt auf dem Prüm- und dem Enztal-Radweg unterwegs. Neuerburg mit seiner spätgotischen Kirche war eine weitere Überraschung. Auch landschaftlich hat die Strecke einiges zu bieten. An den Irreler Wasserfällen ließen wir die Räder kurz stehen, um diese Stromschnellen anzuschauen.

Echternach, Park (Foto: I. S.)

Über den Sauertal-Radweg erreichten wir am Abend Echternach, wo wir ein Hotel am Markt gebucht hatten. Der Abend klang mit einem Spaziergang zur Stadtmauer, zur Basilika und zum Park aus.
5. Tag: Prüm-Echternach: 74 km, 500 m Anstieg

Der Schluss war dann eher kurz. Nach einer ausgiebigen Besichtigung der Basilika fuhren wir im Sauertal bis Wasserbillig auf Luxemburger Radwegen, wechselten dann auf den Mosel-Radweg, der uns nach Konz führte. Nach einer letzten Einkehr zu Kaffee und Kuchen setzten wir uns in die Regionalbahn und fuhren nach Hause.
6. Tag: Echternach-Konz: 29 km, 130 m Ansteig

Wir orientierten uns bei der Planung der Tour an diesem Vorschlag: https://www.komoot.de/collection/886994/fluesse-festungen-und-fantastische-radwege-die-venn-eifel-mosel-runde

Text. Johann Betz

Fotos: Johann Betz (3), Ingeborg Schwingel (1) und Manfred Zwick (5)

zweischiffige spätgotische Hallenkirche, Neuerburg

Neuerburg, Kirche

Bertradaburg, Mürlenbach

Radtour 2019, Mosel-Eifel-Venn

Vennbahn, Biberteich, (Foto: M. Z.)

Korff-Viadukt über der Vennbahn (Foto: M. Z.)

Kaffeepause in Mürlenbach (Autor M.Z.)